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Büroregeln

Verhaltenshinweise für einen erfolgreichen Weg in den Chefsessel

Je weiter es auf der Karriereleiter nach oben geht, desto größer wird der Abstand zwischen den einzelnen Sprossen. Für den einen läuft es wie von selbst, andere tüfteln von langer Hand eine detaillierte Strategie aus, und nicht zuletzt gibt es auch den „Hau drauf“-Typus, der sich ohne Rücksicht auf Verluste durchboxt. Oder, um es anders zu formulieren: Es gibt keinen „Katalog der Verhaltensmaßregeln“, der unbedingt zu beachten ist, um die Führungsetage zu erklimmen, und was bei dem einen bestens funktioniert, muss für den anderen nicht automatisch auch gelten. Gleichwohl gibt es, grob formuliert, zwei Verhaltensmöglichkeiten für den Weg nach oben: Umsichtig – oder selbstsüchtig. Da letztgenannte Variante letztlich auch viel Einsamkeit nach sich ziehen kann, sei an dieser Stelle die „Gentleman-Version“ in den Mittelpunkt gestellt. Und da gelten recht einfache Regeln – die indes bei weitem nicht immer berücksichtigt werden.

Erste Regel: Bleiben Sie immer höflich, ohne sich anzubiedern. Auch wenn es manchmal schwerfällt, die Contenance zu wahren, so zeichnet einen künftigen (guten) Chef auch die Fähigkeit aus, niemals aus der Fassung zu geraten. Selbst wenn Sie mit größter Dummheit konfrontiert werden, machen Sie lieber gute Miene zum bösen Spiel, als den Emotionen freien Lauf zu lassen. Warum? Ganz einfach: Auch wenn Sie den Chefsessel erfolgreich erklommen haben, kann es durchaus passieren, dass Ihnen der Adressat einer früheren Unhöflichkeit eines Tages in anderer Funktion gegenübersteht, als wichtiger Kunde etwa, oder als Anteilseigner Ihres Unternehmens. Spätestens dann werden Sie erleben, dass am Ende jeder Mensch immer irgendwie nachtragend sein kann.

Ehrlich währt am längsten

Zweite Regel: Betrügen Sie nicht. Wenn Sie sich vorgenommen haben, irgendwann einmal Chef zu werden, dann sollten Sie NIEMALS schummeln oder gar vorsätzlich betrügen und nicht einmal mit dem Gedanken spielen, eine Packung Kopierpapier aus der Firma für die Familie abzuzweigen. Einmal abgesehen davon, dass Betrug schlicht und ergreifend strafbar ist, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer jemanden geben, der das mitbekommt. Eine kleine Indiskretion kann dann schnell zum Karriere-Aus führen, oder – beinahe noch schlimmer – als Chef würden Sie erpressbar. Also: Immer ehrlich bleiben. Auch wenn´s manchmal schwerfällt.

Dritte Regel: Seien Sie zuverlässig. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sollten zwar für jeden selbstverständlich sein, bei Karriereambitionen sind diese Tugenden aber existenziell. Wer ständig zu spät kommt und Abgabetermine versäumt, wird als Chef die Einhaltung solcher Regeln von seinen Mitarbeitern nicht einfordern können – und sowieso kaum an die Spitze gelangen. Umkehrschluss: Wenn Sie selbst immer zuverlässig sind, wird es Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern später leichtfallen, Sie als Vorgesetzten zu akzeptieren und zu respektieren.

Vierte Regel: Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Jeder macht Fehler, das ist eine Binsenweisheit. Wer davon überzeugt ist, keine Fehler zu machen, oder selbst objektiv erkennbare Fehler schönredet, hat auf der Karriereleiter nichts zu suchen. Wenn Sie hingegen zu Ihren Fehlern stehen, egal wie sie zustande gekommen sind, dann macht Sie das auf Dauer gesehen glaubwürdiger, als wenn Sie sich herauszureden versuchen.

Frechheit siegt – oder auch nicht

Fünfte Regel: Seien Sie bescheiden. Nun gut, oft gilt eher die Regel „Frechheit siegt“, aber auch das kann leicht mit einem jähen Ende verbunden sein. Also: Wenn Sie prahlen wollen, dann tun Sie das allein und vor dem Badezimmerspiegel, aber nicht im Büro. Andererseits dürfen Sie Ihr Licht aber auch nicht unter den Scheffel stellen, sonst besteht die Gefahr, dass Sie nicht angemessen Beachtung erfahren. Das damit verbundene, konkrete Verhalten muss jeder für sich selbst definieren, aber NICHT dazu gehören: Die Zurschaustellung von Luxusgütern gleich welcher Art, die „Ich-weiß-bestimmt-alles“-Haltung, die Unfähigkeit, andere ausreden zu lassen, und der permanente Hinweis darauf, dass Sie ja mit dem Sohn vom Chef zur Schule gegangen sind und Ihre Karriere deswegen längst in trockenen Tüchern ist. Denn: Gerät nur ein einziger Baustein Ihres mit Sicherheit planlos aufgebauten Überflieger-Konstrukts aus den Fugen, dann bricht Ihre gesamte Fassade schneller zusammen, als Sie den Notausgang für Helden finden können. Andererseits bedeutet vornehme Zurückhaltung nicht, immer den Mund halten zu müssen – doch in jedem Fall sollte das Denken dem Reden und Handeln vorangestellt werden.

Nun gut, es gibt Situationen, in denen selbst die sorgsame Einhaltung dieser Regeln nicht zum Ziel führt, und es gibt Branchen, in denen Rücksicht und Höflichkeit geradezu verpönt sind. Und natürlich bedeutet all das auch nicht, dass sich niemand auch mal so richtig ärgern darf; sehr wohl geht es aber darum, vor sich selbst kein schlechtes Gewissen haben zu müssen – denn das stellt sich bei einem Fehlverhalten garantiert und immer bei jedem ein, auch wenn es noch so hartnäckig geleugnet wird.